Karate
Kihon - Grundschule | Kata | Gürtel | Dojokun | 20 Karateregeln von Gichin Funakoshi

Um voranzuschreiten, muss man nach dem wahren Wesen der Kunst streben. Strebe immer nach Fortschritt und wenn du voranschreitest, prahle damit nicht. Kampfkunsttraining kennt keine Grenzen. Schritt für Schritt, Lehre für Lehre und eines Tages wirst du unzweifelhaft den Tempel der Shaolin betreten.


Ich glaube es gibt zwei Arten von Schülern - der treue und motivierte, welcher die okinawanischen Künste lernen möchte. Der andere ist eher individuell und möchte nur sagen, dass er Karate lernt. Von diesem gibt es weitaus mehr. Es sind die, die du überall sehen kannst. Sie sagen sie kennen Karate oder sie betreiben Karate - dies sind wertlose Einzelgänger.


Soken Hohan, Okinawameister 1889 -1982

Training ohne Verständnis des Kata-Sinns ist umsonst.
Wenn man sich in der Kata übt, muss man ihren Sinn verstehen. Man darf sich nicht von der Technik als solche täuschen lassen und muss zwischen Jodan (oben), Chudan (Mitte) und Gedan (unten) gut unterscheiden. Training ohne Verständnis des Kata-Sinns ist umsonst.


Die Kampfkunst ist dazu gedacht, Gewalt zu beseitigen, Ärger zu vermeiden und sich im Notfall zu schützen. Deshalb müssen sich alle Kampfkunst übenden eine Haltung der Bescheidenheit und Zurückhaltung angewöhnen und sich mit einem Geist der Loyalität und Hingabe gegenüber ihrer Kunst und ihrer Gemeinschaft erziehen.


Kyan, Chotoku. (1870 - 1945) Okinawa-Te Meister

Bei den meisten Kampfkunst-Disziplinen tragen die Anfänger einen weißen Gürtel, der traditionell die Unschuld symbolisiert.
Im Laufe der Zeit und des Trainings wird der Gürtel immer dunkler, bis er schwarz ist. Noch mehr Zeit vergeht und der schwarze Gürtel zerfranst und wird fast wieder weiß. Sein Träger kehrt wieder zur Unschuld des Anfangs zurück - das Zeichen der Vollkommenheit …
Dieser endlose Kreislauf vom Schüler zum Meister und zum Schüler gibt sowohl dem Lernenden wie auch dem Lehrenden das Gefühl, ein Teil der Lehre zu sein. Nur durch ständiges Üben mit einem der besser ist, kann man sich entwickeln.
Und die Erkenntnis, dass auch Meister ihre Meister haben, soll alle Lernenden beflügeln.

Hitotsu. Jinkaku Kansei ni Tsutumuro Koto.
Es ist wichtig, nach der Vervollkommnung des Charakters zu streben.


Hitotsu. Makoto no Michi o Mamoru Koto.
Es ist wichtig, dass Du in Redlichkeit, Ehrlichkeit (oder Aufrichtigkeit) und Treue den Weg verteidigst.


Hitotsu. Doryoku no Seishin o Yashinau Koto.
Es ist wichtig, dass Du die Bemühung um die richtige Geisteshaltung pflegst.


Hitotsu. Reigi o Omonzuru Koto.
Es ist wichtig, auf Respekt, Anstand und Höflichkeit größtes Gewicht zu legen.


Hitotsu. Kekki no Yu o Imashimuru Koto.
Es ist wichtig, die Kampfbereitschaft und den ungestümen Mut zu zügeln.

 

(Dojokun kann mit «Verhaltensregeln des Budo» übersetzt werden und ist elementar für die Entwicklung des Karateka.)

1. Karate-Do beginnt mit Respekt und endet mit Respekt
karate wa rei ni hajimari rei ni owaru koto


2. Im Karate gibt es keinen ersten Angriff
karate ni sente nashi

 

3. Karate ist ein Helfer der Gerechtigkeit
karate wa gi no tasuke

 

4. Erkenne zuerst Dich selbst, dann den anderen
mazu jiko o shire shikoshite hoka o shire

 

5. Die Kunst des Geistes kommt vor der Kunst der Technik
gijutsu yori shinjutsu

 

6. Lerne, Deinen Geist zu kontrollieren und befreie ihn dann
kokoro wa hanatan koto o yosu

 

7. Unglück geschieht immer durch Unachtsamkeit
wazawai wa ketai ni shozu

 

8. Denke nicht, dass Karate nur im Dojo stattfindet
dojo no mi no karate to omou na

 

9. Karate üben heißt: Ein Leben lang arbeiten. Darin gibt es keine Grenzen
karate no shugyo wa issho dearu

 

10. Verbinde Dein alltägliches Leben mit Karate, dann wirst Du geistige Reife erlangen
arayuru mono o karate kasase soko ni myomi ari

 

11. Karate ist wie heißes Wasser, das abkühlt, wenn Du es nicht ständig warm hältst
karate wa yu no gotoku taezu netsu o ataezareba moto no mizu ni kaeru

 

12. Denke nicht an das Gewinnen, doch denke darüber nach, wie man nicht verliert
katsu kangae wa motsu na, makenu kangae wa hitsuyo

 

13. Wandle Dich abhängig vom Gegner
teki ni yotte tenka seyo

 

14. Der Kampf hängt von der Handhabung des Treffens und des Nicht-Treffens ab
ikusa wa kyojitsu no soju ikan ni ari

 

15. Stelle Dir Deine Hand und Deinen Fuß als Schwert vor
hito no teashi o ken to omoe

 

16. Wenn man das Tor zur Jugend verläßt, hat man viele Gegner
danshimon o izureba hyakuman no teki ari

 

17. Die Haltung des Anfängers muß frei sein von eigenen Urteilen, damit er später ein natürliches Verständnis gewinnt
kamae wa shoshinsha ni, ato wa shizentai

 

18. Die Kata darf nicht verändert werden, im Kampf jedoch gilt das Gegenteil
kata wa tadashiku, jissen wa betsu mono

 

19. Hart und weich, Spannung und Entspannung, langsam und schnell, alles in Verbindung mit der richtigen Atmung
chikara no kyojaku, karada no shinshuku, waza no kankyu o wasuru na

 

20. Denke immer nach, und versuche Dich ständig an Neuem
tsune ni shinen kofu seyo